20. Dezember 2011
Schmück-Shooter - OH TANNENBAUM!
Beim Schmück-Shooter handelt es sich um ein 3rd-Person-Christmas-Shooter-Mini-Game. Als Weihnachtsmann hat man die Mission, einzelne unzufriedene Bäume zu schmücken. Verschossen werden Weihnachtsbaumkugeln und Geschenke. Erst wenn die sich bewegenden Bäume ausreichend geschmückt sind, hören diese auf Santa Claus weiter zu verfolgen und sind zufrieden. Erstellt wurde das Mini-Game von Jens M. Stober und Jan Cordes mit Hilfe von UNITY. Zu sehen ist es auf der 8. OH TANNENBAUM! Ausstellung in der HfG Karlsruhe oder im Web. Interessante Nebensache: Die Tannenbäume im Spiel haben genau 1378 Polygone!
Hier geht's zum Spiel (Zum Spielen muss das Unity-Plugin für ihren Browser installiert sein)
Weihnachtsbäume, von Designern und Künstlern gestaltet, werden bereits zum achten Mal in der viel beachteten Ausstellung an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) zu sehen sein. In den vergangenen sieben Jahren wurden über 600 Weihnachtsbaum-Interpretationen von internationalen Gestaltern und Studierenden, Mitarbeitern und Professoren der HfG ausgestellt.
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17. Dezember 2011
"Bild dir (k)eine Meinung. Ist das Serious Game 1378(km) Kunst oder Kunsthonig?"
von Larissa Dolde
"Selten ist ein Studentenprojekt auf so große Resonanz in der Medienlandschaft gestoßen wie 1378(km). [...] Es ist sehr verwunderlich, woher die fast durchgehend ablehnende Haltung dem Spiel gegenüber kam. Ohne das Spiel einer kritischen Betrachtung durch Ausprobieren zu unterziehen, wurden voreilig die üblichen Hetzparolen ausgepackt. [...] Der Öffentlichkeit wurde durch die Medien suggeriert, es würde sich um ein gewaltverherrlichendes Spiel handeln. [...] In der Bevölkerung haben Computerspiele vor allem einen negativen Ruf. Ihnen wird mit Angst und Ablehnung begegnet. Die Debatten drehen sich mehr um Verbote und Jugendschutz, als um den kulturellen Wert [...| Auf der öffentlichen Präsentation kam die Frage auf, ob 1378(km) Kunst sei oder nicht. [...] Durch die Anerkennung als Kulturgut besteht die Möglichkeit Computerspiele unter anderen Gesichtspunkten zu bewerten. Spielspaß, Genre und technische Umsetzung müssen zugunsten der Frage nach künstlerischer Qualität, Innovation, Zeitbezug und Konzept in den Hintergrund treten. [...] Wenn man einen Ego-Shooter mit veränderten Regeln, ein gesellschaftlich tabuisiertes Thema und die verkürzte Berichterstattung der Boulevardpresse zusammentreffen lässt, entsteht ein Skandal. [...] Es ist erschreckend, wie leichtgläubig die Gesellschaft ist und nichts hinterfragt, was man ihr präsentiert. [...] Es zeigt sich weiter, dass auf dem Feld der Computerspiele und auch ihrer kulturellen Betrachtung noch mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. Computerspiele können so viel mehr als nur niedere Instinkte bedienen. [...]"
Larissa Dolde: "Bild dir (k)eine Meinung. Ist das Serious Game 1378(km) Kunst oder Kunsthonig?" In: Munitionsfabrik No. 21 - Scheitern hrgs. von Munitionsfabrik/Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Karlsruhe 2011, S. 187 - 203.
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17. Dezember 2010
1378(km) - Presserat missbiligt Bild-Berichterstattung
Artikel zum Computerspiel "1378km" verletzen journalistische Sorgfaltspflicht
Die Missbilligungen betreffen den Bericht auf BILD-Online mit dem Titel „Wird das widerwärtige DDR-Ballerspiel verboten?“ am 29.09.2010 und den Bericht in BILD unter der Überschrift „Widerwärtig! DDR-Todesstreifen als Ballerspiel“. Der Beschwerdeausschuss erkennt in beiden Berichterstattungen eine Verletzung der in Ziffer 2 Pressekodex definierten journalistischen Sorgfaltspflicht. Weitere Informationen und die Begründung
Ergebnis: „Presseethisch bewertet der Ausschuss die Verstöße gegen die publizistischen Grundsätze als so schwerwiegend, dass er gemäß § 12 Beschwerdeordnung eine Missbilligung ausspricht. Nach § 15 Beschwerdeordnung besteht zwar keine Pflicht, Missbilligungen zu veröffentlichen. Als Ausdruck fairer Berichterstattung empfiehlt der Beschwerdeausschuss jedoch eine solche redaktionelle Entscheidung.“
03. Dezember 2010
1378(km) - Präsentation & öffentliche Diskussion
1378(km) wird am Freitag den 10. Dezember 2010 im Rahmen einer öffentlichen Dikussion in der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe präsentiert. Folgende Gäste nehmen an der Diskussion teil: Jens M. Stober, Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Prof. Michael Bielicky und Prof. Dr. Heiner Mühlmann. Beginn ist 19:00 Uhr. Weitere Informationen
Das Spiel 1378(km) wird ab ca. 23:00 Uhr am 10. Dezember 2010 zum Download zur Verfügung stehen. Zum Download
08. November 2010
1378(km)
1378(km) wird kommen! Demnächst wird eine Beta-Version mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren veröffentlicht mit dem Ziel, das Spiel nach einer Testphase anhand von Feedback zu überarbeiten. Im Rahmen einer öffentlichen Diskussion mit hochkarätigen Gästen an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Anfang Dezember wird dann die endgültige Version veröffentlich.
Auf Grund der „widerwärtigen“ Berichterstattung der BILD-Zeitung („Wird das widerwärtige DDR-Ballerspiel verboten?“, BILD-Online v. 29.09.2010) ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, den Veröffentlichungs- und Präsentationstermin am 3. Oktober einzuhalten, da eine sachliche Diskussion im Augenblick nicht möglich ist.
Ein wesentlicher Teil der Kritik bezieht sich auch auf das von mir gewählte Medium Computerspiel. Über Computerspiele als Medium wird zu schnell geurteilt ohne diese genauer zu betrachten. Und so ist es auch bei meinem Kunstprojekt. Es soll dazu dienen, einer jungen Generation mit Hilfe ihres Leitmediums interaktiven Zugang zur jüngsten deutschen Geschichte zu ermöglichen. Mich freut die rege Diskussion und der positive Zuspruch, der meinem Spiel auch zukommt.
An dieser Stelle soll auch klar gestellt werden, dass es sich bei 1378(km) nicht um ein eigenständiges Spiel, sondern um eine kostenlose Modifikation von „Half-life 2: Deathmatch“ handelt, wonach sich auch die oben erwähnte Altersfreigabe richtet.
Im Computerspiel habe ich – anders als beispielweise in einem Dokumentarfilm – selbst die Kontrolle über mein Verhalten und meine Reaktionen auf in Echtzeit stattfindende und sich verändernde Situationen. Das Spiel 1378(km) zwingt in der Rolle des „Grenzsoldaten“ nicht, „Flüchtlinge“ zu erschießen. Es lässt Wahlmöglichkeiten. Gewinnen kann man bei 1378(km) nur, wenn man nicht schießt. Die Regeln des Spiels sind von der innerdeutschen Grenzsituation inspiriert. Grenzanlagen, Todesstreifen und Schießbefehl machen die Brutalität des Spiels aus.
Dass sich Opfer der Todesgrenze oder deren Angehörige verletzt fühlen, bedauere ich zutiefst. Es war keineswegs meine Absicht jemanden zu verletzen.
Jens M. Stober
(english version)
1378(km) will be released! A Beta version will be released in an initial test phase for players 18 years and over, with the aim of improving the game through feedback. The final version will be released accompanied by a public discussion with dignified guests at the Karlsruhe University for Arts and Design at the beginning of December.
The BILD newspaper's indictment of the game as "revolting" ("Will the revolting East German shoot-'em-up be banned?", German title "Wird das widerwärtige DDR-Ballerspiel verboten?", BILD-Online, 29.09.2010) means that the intended release and presentation date of October 3 is no longer realistic, since an objective discussion of the game is presently impossible.
A large part of the criticism is a consequence of my chosen medium, the computer game. Computer games as a medium are often quick to be judged without being more closely examined, as was also the case with my art project. It was designed to enable a younger generation to access information on recent German history using a medium familiar to them. I have been pleased about the lively discussion about the game, and about the positive feedback and encouragement from which the game can only profit.
On that point, it should also be noted that 1378(km) is a modified version of "Half-Life 2: Deathmatch" that is freely available, and upon which the censorship recommendation of 18 years and over is based.
In this computer game - which would not be the case in, for example, a documentary film - I personally have the control over my behavior and my reactions, which take place in real time and in changing situations. The game 1378(km) does not force someone playing the "border soldiers" to shoot the "refugees". Players are left with the freedom of choice. You are only able to win 1378(km) when you do not shoot. The rules of the game are inspired by the situation at the former Inner German Border. Border camps, death strips, and orders to shoot are what make the game brutal.
I deeply regret that the victims of the former border and their families and relatives have felt cause for injury. This was never part of my intention.
Jens M. Stober
29. September 2010
1378(km)
Der Spieler wird in "1378(km)" an unterschiedliche innerdeutsche Grenzabschnitte versetzt. Dabei ist es dem Spieler möglich in die Rolle des Grenzsoldaten der DDR oder die des Republikflüchtlings zu schlüpfen. In detailliert nachgebauten Szenarien an den jeweiligen Grenzabschnitten zwischen der Bundesrepublik Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik, kann die dramatische Situation haut-nah erlebt werden. Es fällt unter die Rubrik der "Serious Games", wie auch das von Jens M. Stober mitentwickelte Frontiers. 1378km ist ein Half Life2 Mod und eine Adaption von Frontiers der Künstlergruppe gold extra.
Das Game sollte zum 20 Jahrestag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober 2010 erscheinen.